Wer kennt diese Situation nicht, man öffnet eines seiner Lieblingsmagazine und sieht nur mehr perfekte Frauenkörper und perfekte Männerkörper. Niemand hat einen Makel und keine der abgebildeten Menschen hat auch nur ansatzweise eine Falte im Gesicht. Dann blickt man selbst in den Spiegel und ist erschrocken über das eigene Erscheinungsbild.

Die ersten Reaktionen, wenn man sich eingestanden hat, dass man etwas ändern muss, um den heutigen Idealbild der Frau oder dem Idealbild des Mannes zu entsprechen, ist stundenlanges Trainieren im Fitnesscenter. Man nimmt sich täglich vor ins Fitnesscenter zu gehen und nur mehr gesunde und leichte Nahrung zu sich zu nehmen, um die ersten Pfunde purzeln zu lassen. Doch wenn auch diese Maßnahmen nicht nach kürzester Zeit den gewünschten Erfolg mit sich bringen, fällt man ohne es wirklich zu merken in das alte Schema zurück und lässt sich gehen.

Nach kürzester Zeit finden auch die ersten Informationsgespräche mit plastischen Chirurgen statt. Man entscheidet sich schlussendlich dafür den Körper mittels einer Schönheitsoperation dem heutigen Ideal anzupassen, egal welche Risiken solch eine Operation mit sich bringt.
Oft ist es nur eine zu große Nase, oder ein Hängebusen welcher korrigiert werden muss. In weniger als 2 Stunden ist die Operation überstanden und nach wenigen Tagen kann man das Ergebnis stolz im Spiegel begutachten und man fühlt sich um ein vielfaches besser. Das Selbstbewusstsein, egal ob von Mann oder Frau, wird in den ersten Momenten so gestärkt, dass man rundum mit seinem äußeren Erscheinungsbild zufrieden ist und keine Mängel mehr an sich findet.

Doch dieses Phänomen ist ein ewiger Kreislauf. Aufgrund der schnelllebigen Zeit heutzutage verändert sich nicht nur technische Details in unserem Leben, sondern vielmehr auch Schönheitsideale. So kann heute noch ein trainierter Körper das Bild wahrer Schönheit verkörpern und morgen schon ein dürrer Körper die Hauptattraktion sein.

Erhöhtes Suchtpotential bei Schönheitsoperationen

Wenn man als Patient erst einmal gesehen hat was heutzutage mit medizinischen Mittel und Operationen möglich ist, ist man mehr als begeistert. Zwar ist man unmittelbar nach einem Schönheitschirurgischen Eingriff schwach und der Körper benötigt Zeit, um sich zu erholen, doch sobald die ersten Tage oder Wochen vorüber sind und man das Ergebnis zum ersten Mal begutachten kann ist man hin und weg.

Die Durchführung von Schönheitsoperationen kann zur Sucht führen. 

Dieses Gefühl der Makellosigkeit stärkt das Selbstbewusstsein um ein vielfaches. Bei vielen Menschen reicht oft ein Eingriff aus, um vollkommen zufrieden mit dem eigenen Körper zu sein, doch bei vielen verschwindet das Selbstbewusstsein bereits nach einiger Zeit und man redet sich neue Problemzonen ein, welche im realen Leben jedoch nicht existieren. Man ist geblendet von den Schönheiten, welche man tagtäglich in Social-Media Kanälen bestaunen kann und will nur mehr eines erreichend, das komplette Ebenbild zu werden.

Alle Problemzonen die in der nächsten Zeit gesichtet werden, obwohl tatsächlich keine bestehen, verschlimmern die Situation um ein vielfaches. Der Wunsch nach einem perfekten äußeren Erscheinungsbild wird immer größer und intensiver, sodass die nächste Schönheitsoperation ohne jegliches Zögern geplant wird. Man redet sich oft noch ein, dass ein weiterer Eingriff alles besser machen würden und nach diesem Eingriff endgültig Schluss sei, doch sobald die ersten 1-2 Eingriffe gemacht wurden, befindet man sich in einem ausweglosen Kreis.

Jeder Blick in den Spiegel verstärkt das Gefühl noch perfekter werden zu wollen, auch wenn dies mit erheblichen Schmerzen und Kosten verbunden ist. Für das Idealbild nehmen viele Menschen heutzutage alles in Kauf, koste es was es wolle. Wenn nicht jemand aus dem Bekannten,- oder Familienkreis dem betroffenen Menschen die Augen öffnet, wird eine Schönheitsoperation der nächsten folgen bis schlussendlich nur mehr ein perfekter und makelloser Mensch ohne jegliches Selbstwertgefühl und ohne jegliche Persönlichkeit übrig bleiben wird.