Wie eine Narbe sich entwickelt, hängt unter anderem davon ab, welche Hautschicht beschädigt wurde. Handelt es sich nur um die Epidermis, also die Oberhaut, bleiben in der Regel keine Narben zurück, da die Zellen, die in die Wunde geschickt werden, sich so schnell teilen, dass sie die Haut einfach vollständig erneuern. Ist die Verletzung schwerwiegend und die Wunde daher tiefer gelegen, kann der Körper die Wunde nicht reparieren, ohne dabei Spuren zu hinterlassen. Wurde der Teil der Haut beschädigt, der für eben diese Regeneration zuständig ist, muss das Bindegewebe die Aufgabe der Wundschließung übernehmen.

Oft ist die Haut in dem Bereich härter und dicker. Eine Narbe ist entstanden. Eine Wulst kann entstehen, wenn das Bindegewebe dazu neigt, zu viel Gewebe zu produzieren. Auch wenn die Wunde sich während des Heilungsprozesses erneut entzündet, kann das das Aussehen der Narben negativ beeinflussen.

Wie verletzte Haut richtig gepflegt wird

Besonders im Gesicht, aber auch an den Armen oder im Dekolleté sind Narben besonders offensichtlich und werden oftmals als ästhetische Beeinträchtigung empfunden. Es gehört eine gesunde Portion Selbstvertrauen dazu, um zu seinen Narben zu stehen. Starke Narben können sich negativ auf das Selbstwertgefühl auswirken und somit seelisch belastend wirken. Je nach Lage und Schweregrad können Narben allerdings auch unangenehm jucken oder sogar über Jahre hinweg Schmerzen bereiten.

Die Haut kann in besagten Bereichen spannen und ist nicht besonders belastbar. Es können sich sogar Ödeme bilden. Bei schweren Verbrennungsnarben, zum Beispiel im Armbereich, kann es sogar zu Bewegungseinschränkungen kommen, wenn die Narben schlecht verheilen. Im Gesicht kann es demnach auch zu Problemen mit der Mimik kommen.

Sorgfältige Narbenpflege ist wichtig

Narben müssen gepflegt werden, um so unsichtbar wie möglich zu bleiben. Im Gegensatz zum Rest des Körpers müssen Narben im Gesicht anders behandelt und gepflegt werden. Die Gesichtshaut ist empfindlich und viel dünner als an anderen Stellen des Körpers. Schon bei der Wundheilung fängt die Narbenpflege an.

Wurde ein operativer Eingriff im Gesicht durchgeführt, ist es äußerst wichtig, betroffene Partien nicht zu beanspruchen. Im Liegen wird der Abtransport von Gewebsflüssigkeit begünstigt. So können Schwellungen verhindert werden. Auch beim Haare waschen ist Vorsicht geboten. Es darf kein Wasser und keine Seife an die Wunde kommen. Eine Woche lang sollte darauf geachtet werden, denn kommen die Fäden in Kontakt mit Wasser oder seifenhaltigen Produkten, können sich diese vorzeitig auflösen. Im besten Falle reicht für die Narbenpflege im Gesicht ein ganz normales Hautpflegeprodukt völlig aus.

Der Kauf von Naturprodukten ist lohnenswert, um möglichen, schädlichen Inhaltsstoffen aus dem Weg zu gehen. Auf dem Markt finden sich auch spezielle Narbenpflegemittel in Gelform. Allantoin, Hyaluronsäure, Silikone und Panthenol sind in diesen Produkten enthalten. Sie wirken stark entzündungshemmend und verhindern, dass sich ein unangenehmer Juckreiz breitmacht. Je mehr Feuchtigkeit der Haut zugeführt wird, desto geschmeidiger wird die Narbe im Endeffekt sein. Bei zu frühzeitiger Sonnenbestrahlung kann eine Hautverfärbung einsetzen, die auch als Pigmentverschiebung bekannt ist.

Auch bei intensiver Pflege kann sich die Narbe nach der Wundheilung verdicken. Spätestens sechs Wochen nach dem die Fäden gezogen wurden, sollte sich dies aber wieder gelegt haben. Sollte das nicht der Fall sein, muss ein Arzt aufgesucht werden.