In der plastischen Chirurgie polarisiert kein Mittelchen so sehr wie Botox. Die einen lieben es und holen sich regelmäßig ihre Botoxspritze, die Gegner lehnen Botox kategorisch ab. Was ist Botox eigentlich genau? Das Wort Botox ist die Abkürzung von Botulinumtoxin. Es ist ein Eiweiß, dass aus einem Bakerium (Clostridium botulinum) gewonnen wird. Es gibt verschiedene Arten von Botox, das am meisten verwendete ist das Botolinumtoxin A. Dieses wird schon seit vielen Jahren als Therapie bei verschiedenen Krankheiten eingesetzt. Vor allem bei Nervenkrankheiten, Migräne und Blasenschwäche kommt Botox zur Anwendung. In der plastischen Chirurgie setzt man Botox nicht nur zur Antifaltenbehandlung, sondern auch gegen übermäßige Schweißbildung ein.

Besonders wirksam ist Botox bei der sogenannten Hyperhidrosis axillaris (starkes Schwitzen in den Achseln). Dabei werden zuerst die Achseln mit einem Änesthesie-Gel betäubt, um Schmerzen zu vermeiden. Danach wird das Botox in die Schweißdrüsen gespritzt, dabei werden diese praktisch ruhiggestellt. Das Ergebnis bemerken die Patienten etwa zwei Tage später. Diese Methode der Schweißverminderung ist absolut zuverlässig hält etwa sechs Monate lang an. Nach Ablauf der Zeit kann das Procedere selbstverständlich beliebig oft wiederholt werden. Nach einer weiteren Behandlung wirkt das Botox meist noch ein wenig länger. Die Behandlung mit Botox bei Krankheiten und übermäßigem Schwitzen ist weltweit anerkannt.

Botox – Ist es wirklich so schlecht wie sein Ruf?

Anders sieht es da schon bei der Faltenbekämpfung mit Botolinumtoxin aus. Warum, aber hat die Faltenunterspritzung mit Botox eigentlich einen so schlechten Ruf? Zum einen haben die Medien ihren Anteil daran, weil sie Botox oft und gerne als gefährliches „Nervengift“ betiteln. Zum anderen tragen einige Promis nicht gerade zum guten Image bei, wenn sie mit entstellten Gesichtern durch die Presse geistern.

Dass Botox eines der stärksten Gifte weltweit ist, ist fast jedem bekannt. Beim Einsatz als Biowaffe würde es schon mit der geringsten Menge tausende Menschen töten. Bei Erkrankungen und in der Schönheitschirurgie wird Botolinumtoxin aber in ganz winzigen Dosen und sehr stark verdünnt verwendet. Das schließt Vergiftungserscheinungen sowie starke Nebenwirkungen aus. Als typische Nebenwirkungen bei der Behandlung mit Botox zählen vor allem Kopfschmerzen, Rötungen und Hämatome an der Einstichstelle. Allergien treten äußerst selten auf. Die Hauptwirkung, die aber zu einer Nebenwirkung werden kann, ist nicht außer Acht zu lassen. Im Grunde genommen ist die Ruhigstellung der Muskeln in den Problemzonen ein erwünschter Effekt. Durch die Gabe von einer zu hohen Dosis an Botolinumtoxin kann es aber zu einer Schwächung der behandelten oder benachbarten Muskulatur kommen. Als Folgen treten dann, z. B. das Absinken von Augenbrauen oder Artikulationsstörungen beim Sprechen auf.

Diese Komplikationen belasten die Patienten sehr, sind aber reversibel. Um dieses Risiko so gering wie möglich zu halten, sollten sich Patienten vor dem Eingriff eingehend über die Botoxbehandlung informieren und sich einem, auf diesem Gebiet, erfahrenen Mediziner anvertrauen. Die Erstbehandlung mit Botox ist immer etwas schwierig. Der versierte Arzt kann aber abschätzen, welche Dosis für welchen Einsatz benötigt wird. Denn auch bei zu geringer Menge an Botox kann das Ergebnis für die Patienten nicht zufriedenstellend sein.

Damit die Faltenunterspritzung mit Botox den gewünschten Effekt erzielt, sind meist mehrere Behandlungen notwendig. Zu Beginn ist der Behandlungsintervall kürzer, z. B. einige Wochen, darauf folgen einige Monate bis letztendlich nur mehr zweimal im Jahr aufgefrischt werden muss. Die Kosten variieren je nach Praxis und Einsatzgebiet.

Die geringste Dosis Botox ist ab etwa 100 Euro zu haben. Bei einer Augenfältchen- oder Zornesfaltenunterspritzung sind etwa 220 Euro vonnöten, während die Behandlung bei Hyperhidrose mit 300 bis 600 Euro zu Buche schlägt.

Bei vernünftigem Einsatz ist gegen die Injektion mit Botox nichts einzuwenden und wer immer noch skeptisch ist, der kann sich für andere Methoden der Hautverjüngung (z. B. das Silhouette-Soft-Lifting) entscheiden.